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Geschichte des Judentums im Elsass


Mit über 200 verzeichneten Orten verfügt das Elsaß über ein außergewöhnlich dicht angesiedeltes jüdisches Kulturerbe. Es ist ein Beweis des elsässischen multikulturellen Reichtums und nimmt in der Geschichte des Judentums in Frankreich einen wesentlichen Platz ein.

Das Programm zur Aufwertung des jüdischen Kulturguts im Elsass, das auf die Initiative der Agence de développement touristique du Bas-Rhin, der Askunftstelle für die Tourismusförderung im Unterelsaß, zurückgeht, will dieses Kulturgut einem breiten Publikum zugänglich machen. Es findet im Rahmen der Entwicklung des kulturellen Tourismus und der Gedenkstätten statt.


Die bewegte Geschichte des Judentums im Elsass

Herkunft

Seit der römischen Epoche haben sich die Juden in Gallien niedergelassen. Ab dem 12. Jahrhundert ist nachzulesen, dass sie im Rheintal vor allem in Städten leben. Um 1170 bereist der spanische Jude Benjamin de Tudèle die „bekannte Welt“ bis nach Rußland und Arabien. In seinen Memoires erwähnt er die blühende jüdische Gemeinde von Straßburg. Zu dieser Zeit unterscheiden sich die Juden in nichts von ihren Mitmenschen, weder von ihrem Äußeren, noch von ihren Berufen. Erste Feindseligkeiten kommen während des ersten Kreuzzugs 1096 und des 4. Lateran-Konzils 1215 auf. Man verpflichtete sie, auf ihrer Kleidung einen gelben Kreis und den Judenhut (spitzer Hut) zu tragen.

Die Wende im 14. Jahrhundert : das ländliche Judentum

Die Feindseligkeit gegenüber den Juden kommt während der ersten Kreuzzüge auf. Als der Schwarze Tod, die Pest, die sich über ganz Europa ausbreitet, kommt, verstärkt sie sich. 1349 enden zahlreiche straßburger Juden auf dem Scheiterhaufen, angeklagt, Brunnen vergiftet zu haben. Aus den meisten elsässischen Städten werden sie vertrieben. Es entwickelte sich demzufolge ein Judentum auf dem Land, das die starke Solidarität in der Gemeinde und die Integration im Leben der Dörfer miteinander verband. Sie durften keinen

Grund besitzen, waren von den Handwerks-, Händler- und Landwirtschaftskorporationen ausgeschlossen und durften weder als Händler noch Handwerker tätig sein. Deshalb werden sie häufig Tier-, Pferde- oder Getreidehändler oder Hausierer, Verleiher und Trödler. Im Dreißigjährigen Krieg ist das elsässische Judentum sehr geschwächt, nur 100 Familien werden gezählt. Das Elsass, das durch den Westfälischen Frieden von 1648 nun zu Frankreich gehört, wird von Immigranten von der anderen Rheinseite wieder bevölkert. Die jüdische Bevölkerung wächst wieder, zahlt jedoch für ihren Schutz hohe Aufenthaltsgebühren.

Kurz vor der Revolution zählen 180 ländliche Gemeinden im Elsass 20.000 Personen, das sind über die Hälfte aller zu dieser Zeit in Frankreich erfaßten Juden.

1791: Der Erwerb der Staatsbürgerschaft

Das Gleichstellungsdekret von 1791, das die Juden zu gleichberechtigten Bürgern machte, ermöglichte die Rückkehr in die Städte und die Ausübung aller Berufe. Damals war Frankreich das erste Land, das diese Entscheidung traf. Die Bevölkerung verdoppelt sich in weniger als einem Jahrhundert. Dieser französische Rechtsstatus zieht besonders viele deutsche Juden an. 1808 entsteht durch die napoleonischen Dekrete eine zentrale Organisation: ein Zentralverband sowie regionale und departementale Vorstände jüdischer Gemeinden. Das bedeutet das Ende der religiösen Selbständigkeit der Juden im Elsass. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts erleben die Gemeinden die Landflucht, die Emigration nach Paris, Nordafrika oder Amerika. Nach der Niederlage 1870 und während des Anschlusses des Elsass durch Deutschland entscheiden sich viele Juden für Frankreich, um die 1791 erworbenen Rechtsvorteile zu behalten. In Deutschland mussten sie bis 1871 warten, um sich derselben Rechte erfreuen zu können. Aus den ländlichen Händlern werden Städter, die neben dem Handel auch industrielle oder selbständige Tätigkeiten aufnehmen.

Das 20ste Jahrhundert

Seit Beginn des Jahrhunderts war das Elsass für viele in ihren Heimatländern verfolgten Juden Zuflucht. Nach 1940 werden die Juden von den Nazis aus dem Elsass vertrieben. Die Shoah, der abscheuliche Völkermord, wird über ein Viertel aller Juden verschwinden lassen. Nach 1945 schließen sich die überlebenden ihren ursprünglichen Gemeinden wieder an, doch die Wanderungswelle in die großen Städte verstärkt sich und führt fast zum völligen Verschwinden des ländlichen Judentums. In den 60ern nehmen aschkenazische Gemeinden sepharadische Juden aus Nordafrika auf. Heute gehören die meist städtischen jüdischen Gemeinden im Elsass zu den wichtigsten in ganz Frankreich.

Das Leben in der Familie und Gemeinde

Die Synagoge - ein Ort des Gebets und des Lernens

Die Synagoge (vom griechischen SUN-AGOGE bedeutet Zusammenkunft, Ansammlung) ist ein Ort, wo Menschen zusammenkommen, um gemeinsam Gebete zu lesen und zu sprechen. Im Elsass heißt die Synagoge SCHOUL (vom deutschen Schule). Die Bibel ist das heilige Buch des Judentums. Die Thora ist ihre Säule. Sie besteht aus den fünf Büchern Mosis. Das gesprochene Gesetz sowie die Kommentare und Diskussionen der Rabbiner sind im Talmud enthalten und ergänzen die Thora. Der Bau einer Synagoge folgt nicht einem typischen Muster, sie richtet sich aber nach Osten, nach Jerusalem, aus. Im Innern befindet sich eine höher gelegene Stelle mit einem Pult, das für das Vorlesen aus der Thora bestimmt ist und wo der Vorbeter steht.

Der Thoraschrein, oder ARON AKODESCH, ist ein Wandschrank, der hinter einem Vorhang mit Stickereien die Rollen der Thora enthält. Die Feier eines Gottesdienstes erfordert die Anwesenheit von zehn Männern, die ihre Religionsmündigkeit erreicht haben. Ein Rabbiner ist kein Priester, aber ein Leiter, ein spiritueller Führer. Im Gottesdienst ist er ein Gläubiger wie jeder andere, doch bei seinen Sermonen und Lektionen führt er die Gemeinde. Der Gottesdienst wird vom HAZAN geleitet, dem Vorbeter oder einem einfachen Gläubigen. In der Synagoge sind die Frauen von den Männern getrennt.

Tägliches Leben, häusliche Gebote und Lebensabschnitte

Das Familienleben ist der Kern jedes jüdischen Lebens. Neben dem Studium drückt sich das Judentum durch die Umsetzung der MITSVOTH (Gebote) in Taten im täglichen Leben aus, wie zum Beispiel die Ernährungsgebote oder CACHEROUT. Acht Tage nach der Geburt beschneidet man die Jungen als Zeichen für ihre Verbundenheit mit Gott.

Die Jungen erreichen mit 13 Jahren ihre Religionsmündigkeit, die Mädchen mit 12 Jahren. Bei der Eheschließung wird das Brautpaar während des Segens unter einen Trau-Baldachin (CHUPPAH) gesetzt.

Kalender und Feiertage

Der CHABBAT : der Samstag, der siebte Tag in der Woche, ist ein Ruhetag. Er beginnt am Freitag abend, wenn die Mutter die Kerzen anzündet, gefolgt vom KIDDOUCH, der Segnung vor der Mahlzeit. Das Jahr beginnt mit dem Fest ROCH HACHANNAH, dem jüdischen Neujahr.

YOM KIPPOUR oder “große Entschuldigung”, Versöhnungstag, ist ein Tag für die jungen Leute zum Gebet und zur Reue.

Die anderen Festtage sind : PESSAH (Feiern des Auszugs ausÄgypten), CHAVOUOTH (Schenkung der Thora), SOUCCOTH (Laubhüttenfest), HANOUCAH (Lichterfest) und POURIM (Lesen aus dem Buch der Esther).

Die jüdisch-elsässischen kulinarischen Spezialitäten

Die Mahlzeiten geben die Gelegenheit dazu, die Grundsätze des Judentums, die Rituale und Traditionen weiterzugeben. Bestimmte Gerichte sind an die Feste gebunden, sie sind jedoch typisch für das Elsass: das "chalet" (Süßspeise aus Äpfeln), wird zu Roch Hachannah und nach Kippour gegessen und es ist Tradition, Hering in Crème und Zimtkuchen"tsémetkuech" mit Tee oder Kaffee anzubieten.

Die "matzot" (Matzen-Brot) oder das Matzenmehl wird zur Vorbereitung des "chalet" genommen oder man nimmt die traditionellen "matzekneipfles" (Frikadellen), die mit einer Rinderbouillon serviert werden

Das Zopf-Brot für den Chabbat (häufig mit Mohn) heißt im Elsass "berchess" (vom hebräischen "bérharot" oder Segnung).

Die Spezialitäten : das Sauerkraut (geräuchertes Rind oder Gans), der "strudel", ein Apfel-Rosinen- Zimtkuchen, der "gefelter mawe", gefüllter Magen, der Karpfen judischer Art, "pickelfleisch" , Pökelfleisch, Rinderbrust in Salzlake.

Das elsässische Jiddisch

Das elsässische Jiddisch gehört zum westlichen Jiddisch, das sich im Mittelalter im Nordosten Frankreichs und im Rheingraben entwickelt hat und sich nach Osten, nach Polen und Rußland ausgebreitet hat, wo es zum östlichen Jiddisch geworden ist. Das elsässische Jiddisch ist eine Variante dieser sehr alten geschriebenen Sprache, die genauso von den Juden, die aus Deutschland kamen, wie von den Franzosen angenommen wurde, die sich um die freien Städte des Elsass niederließen. Zahlreiche Begriffe sind geläufig und gehören zum elsässischen Dialekt :

  • baijes = Bude, baufälliges Haus
  • beduecht = gut situiert, reich
  • dewwere = schimpfen, meckern
  • maschugge = verrückt, bekloppt
  • a kaft = ein Dorf
  • mores = Angst, Bammel
  • schlamassel = ein Durcheinander
  • schmuesse = schmusen

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